Panorama von Uhldingen-Mühlhofen mit Pfahlbauten und Birnau Ente im Bürger- und Umweltforum-Logo
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Uhldingen-Mühlhofen

Positionen unserer Gemeinderäte

Der aus dem Architekturwettbewerb zur Erweiterung des Pfahlbaumuseums hervorgegangene Siegerentwurf stößt im Wesentlichen auf Zustimmung. Strittig blieben im Gemeinderat die Firsthöhe der neuen Gebäudeteile und die Zufahrten. Die städtebauliche Wirkung des geplanten Neubaus wurde durch ein Stangengerüst aufgezeigt und nachfolgend kontrovers diskutiert. Hierbei galt es, private Interessen von Anliegern, das Interesse des Pfahlbaumuseums und das öffentliche Interesse gegeneinander abzuwägen (bei Interesse können die diversen Bedenken von Trägern öffentlicher Belange und aus der Bevölkerung über die Homepage der Gemeinde nachgelesen werden).

Unsere Gemeinderäte vertreten hierbei folgende Positionen:

Lena meint, die Pfahlbauten gehörten zu Uhldingen-Mühlhofen wie die Störche auf den Affenberg. Entsprechend gehöre das Museum auch an den See und nicht ausgelagert. Eine Modernisierung täte dem Museum und dem Tourismus gut. Es wolle sich zukunftsfähig aufstellen und benötige hierzu Raum. Der attraktive, teils begrünte Neubau dürfte gegenüber einem derzeit vorhandenen, tristen Parkplatz für den Ausblick der Hotelgäste eher von Vorteil sein.

Wolfgang sagt, dass Pfahlbauten und Pfahlbaumuseum für unseren Tourismusort einen großen Stellenwert haben. Es sei in unserem Sinne, wenn erweitert und modernisiert werde, zumal die Aspekte des angrenzenden Naturschutzgebietes ausreichend berücksichtigt seien. In die Entwurfsplanung sei der Gemeinderat immer einbezogen gewesen. Im Siegerentwurf seien viele Aspekte aus den Vordiskussionen eingeflossen. Der nun vorliegende Entwurf passe sich gut in das Areal ein. Die Bauhöhen seien vertretbar, wie das Stangengerüst gezeigt habe. Derzeit seien benachbarte junge Bäume bereits größer als die geplanten Firsthöhen. Im Gegensatz zum Vorentwurf sei der Gebäudeabstand zum Hotel Seevilla sogar vergrößert. Die Seesicht sei bereits durch Bäume eingeschränkt. Eine zusätzliche Beeinträchtigung durch die geplante Bebauung dürfte eher marginal sein. Insofern dürfte auch die wirtschaftliche Beeinträchtigung der benachbarten Beherbergungsbetriebe eher gering sein. Zufahrten und Andienung seien praktikabel. Eine Mehrbelastung der Seefelder Straße sei eher nicht zu erwarten.

Ute meint,das öffentliche Interesse stehe hier den vorgetragenen privaten Eingaben vor. Das Museum pflege kulturhistorisches Erbe, lebe den Bildungsauftrag, sei Arbeitgeber und als touristisches Ziel ganzjährig geöffnet. Die Gemeinde solle alles tun, das Museum hierbei zu unterstützen. Es wäre symbolisch gesehen ein falsches Signal, das Museum in seiner „Größe“ anderen Interessen zu unterwerfen. Die Architektur des Entwurfs entspreche der Bedeutung des Museums und werde Teil seiner weltweiten Visitenkarte. Zufahrten und Andienung seien praktikabel. Eine Mehrbelastung der Seefelder Straße sei eher nicht zu erwarten.

Christine sagt, die Erweiterung des Pfahlbaumuseums sei nötig und sinnvoll. Die Dimensionen seien bedingt durch die Funktionen, die u.a. einen barrierefreien Zugang sowie mehr Indoor-Aktivitäten sichern sollen, und könnten deshalb auch nicht beliebig verkleinert und verändert werden, ohne diese Funktionen in Frage zu stellen. Ziel der Erneuerung sei es nicht, immer mehr Besucher anzuziehen, sondern das sich immer kurzfristiger ändernde, oft wetterabhängige Besucherinteresse auf lange Sicht stabil zu halten. Die Tatsache, dass die drei Einwender aus der Nachbarschaft kommen und selbst Hotelier und Zimmervermieter sind, zeige, wie wenig man sich dessen bewusst sei, wie groß die Leuchtkraft des international bekannten Museums ist. Alle touristischen Leistungsträger würden von einem funktionierenden Museum profitieren. Das Hauptargument eines geschäftlichen Nachteils durch den Blick auf einen Museumsbau, dessen Gestaltung aus einem Architektenwettbewerb hervorgegangen ist, sei so nicht nachvollziehbar. Vor allem nachdem nicht, wie mehrmals angeklungen, Seesicht verbaut werde, auf die es, nebenbei gesagt, kein Anrecht gebe. Die Abwägung der Einwände zugunsten des Museums sei deshalb nachvollziehbar begründet.

Letztlich wurde in der Gemeinderatssitzung vom 16. März dem Siegerentwurf aus dem Architektenwettbewerb unter Beibehaltung der vorgesehenen Firsthöhe von 12,45 m sowie der Wegeführung mehrheitlich zugestimmt.